Wir fahren nach Barcelona zum World Peace Congress 2021

Wir fahren nach Barcelona zum World Peace Congress. Ausgerichtet wird der World Peace Congress in Barcelona vom Freitag, den 18.10. bis Sonntag, den 20.10.2021 vom International Peace Bureau. Wir fahren mit dem Zug am Dienstag, den 13.10. los, bleiben eine Nacht in Paris, um dann bis Dienstag, den 19.10. wieder zurück zu fahren. Am Mittwoch, den 20.10. sind wir morgens um 6h wieder in Berlin. Das Programm des Kongresses gibt’s hier.
Offizielle Veranstalter*in unserer Fahrt ist das Alois Stoff-Bildungswerk der DFG-VK NRW.

Unser vorläufiger Plan:

Dienstag, 12. Oktober: Zwischenstopp Paris
Los geht’s am Dienstag, den 12. Oktober um 4.18 am eigentlichen Hauptbahnhof, der heute leider Ostbahnhof heißt. Das Gleis steht noch nicht fest, bitte sei pünktlich am Bahnhof. Gegen 13h sind wir in Paris. Dort bleiben wir eine Nacht. Mit der Zeit kannste machen, was du möchtest, bisher steht bei uns die kaputte Kathedrale und das Resistance-Museum hoch im Kurs (freier Eintritt):
https://www.museeliberation-leclerc-moulin.paris.fr/en

Mittwoch, 13. Oktober: Ab nach Barcelona
Weiter geht’s um 10:12 am Gare de Lyon. Mit dem TGV sind wir gegen 17h in Barcelona. Für den Abend gibt’s noch kein Programm außer gut Futtern und die abendliche Innenstadt anschauen.

Donnerstag, 14. Oktober: Tourismus in Barcelona
Der Donnerstag bietet Platz für touristische Erlebnisse. Bisherige Vorschlage: Seilbahn fahren (ist im Tagesticket für den Nahverkehr mit drinne) und Katalanisches Museum über den Bürger*innenkrieg mit vielen Infos zu den Anarchos (6 Euro Eintritt). https://www.mhcat.cat/enmhc/visiting_the_museum/ubicacion_horarios_tarifas/admission

Freitag, 15. Oktober: Jugendforum auf dem World Peace Congress
Vielleicht der spannendste Tag: Um 11h beginnt das Jugendforum, einer der Hauptgründe für uns da hin zu fahren. Wir hoffen, da ein paar spannende Leute kennen zu lernen und wir versuchen gerade, uns dort mit einem Workshop und Erfahrungsaustausch zu Anti-Rekrutierung einzubringen.

Um 18.30 wird der eigentliche Kongress eröffnet, ab 20.30 ist Musik und Cultural Performance (was auch immer das heißen mag…). Interessant auch: „Antono Guerres , UN General Secretary (to be confirmed)“ heißt es im Programm. Den Trick haben wir gleich mal geklaut und auch schon bei unsere Siegesparty am Denkmal der polnischen Soldat*in angewandt.

Leider steht auch der britische Labour-Abgeordnete Jeremy Corbyn im Programm. Corbyn hat ein beeindruckendes Talent, sich positiv auf Antisemit*innen zu beziehen oder mit Antisemit*innen aufzutreten und dann hinterher zu erklären, dass das alles ganz anders gewesen sei als es es aussehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Jeremy_Corbyn#Antisemitismus-Kontroversen

Zu der Kritik an Corbyn gibt ein Statement des IPB. In unseren Augen ist butterweich und lässt alle Fragen offen: http://www.ipb.org/wp-content/uploads/2020/11/IPB-Statement-on-Jeremy-Corbyn-2017-Se%C3%A1n-MacBride-Peace-Prize-Winner.pdf

Samstag, 16. Oktober: Der eigentliche Kongress
Samstag heißt es früh aufstehen. Der Kongress geht um 9.30 weiter. Auf dem Programm stehen den Vormittag über diverse Reden. Mehr Interaktion ist für den Nachmittag vorgesehen. Da gibt es zwei Workshopphasen mit vielen unterschiedlichen Angeboten (bitte ins Programm schauen). Wir versuchen auch hier uns mit einem eigenen Workshop einzubringen. Und für 17.30 und 19.30 sind freie Phasen und ganz viele Räume vorgesehen für Vernetzung der Teilnehmenden. Gute Gelegenheit, um beim Jugendforum entstandene Ideen weiter zu spinnen.

Sonntag, 17. Oktober: Wieder ganz viele Reden
Sonntag geht’s um 9.30 los mit vielen Reden und einer weiteren Workshop-Session von 10:45-12:45. Der Runde Tisch wird moderiert von Reiner Braun.

Mit am Tisch: Veronica Krashennikova, Chamber of Civil Society Russia. Die Idee, eine Gesellschaftskammer zu gründen, die Parlamente berät, wabert ja immer mal wieder durch die NGO-Welt. Wir waren überrascht, dass es in Russland so etwas seit 2005 gibt. Aber bitte keine Illusionen: Die Mitglieder sind handverlesen und vom Präsidenten höchstselbst ernannt. Und das hat na klar das erwünschte Ergebnis: Ein Diskussionspapier für die Stiftung Wissenschaft&Politik überschreibt Prof. Dr. Otto Lurchterhand mit: „Auf dem Weg zur Gleichschaltung der Zivilgesellschaft? Die Gesellschaftskammer Russland“.

Auch nach Veronica Krashennikova haben wir Google gefragt. Man findet u.a. dieses Interview mit ihr. Sie sagt: „Was das Problem des Zustroms von Migranten und Flüchtlingen betrifft, so ist es notwendig, die Kriege im Nahen Osten und in Nordafrika mittels der NATO zu beenden.“ Tolle friedenspolitische Position.

Auf die (indirekte) Frage, warum Russland Parteien wie die AfD unterstützt, sagt Frau Krashennikova: „Die heutige Welle der rechtsextremen Ideologien wurde in Europa geboren. Genau wie der Faschismus der 1920er Jahre. Russland dafür die Schuld zu geben, ist heuchlerischer Zynismus. Und außerdem ist es eine Möglichkeit, sich nicht mit der Lösung des Problems beschäftigen zu müssen. Dieser Hass wuchs aber aus den Fehlern der regierenden Parteien in Europa.“

Dann empfiehlt sie das autoritäre Russland als Vorbild für den Umgang mit der Gefahr von rechts: „Wir in Russland wundern uns immer wieder, wie breit das legale Rechtsfeld für die extremen Rechten in Europa ist. So ist beispielsweise die NPD in Deutschland, die den Faschismus offen propagiert, bisher nicht verboten. Der Co-Vorsitzende der Alternative für Deutschland gibt regelmäßig Erklärungen ab, die das Dritte Reich rechtfertigen, und er kommt damit durch. Diejenigen, von denen Sie sprechen, schwadronieren gegen Muslime und Flüchtlinge mit solchen Ausdrücken, für die sie in Russland gemäß dem Artikel 282 des Strafgesetzbuches „Anstiftung zu Hass oder Feindschaft sowie Erniedrigung der Menschenwürde“ oder Artikel 280 „Öffentliche Anstiftung zu extremistischen Aktivitäten“ mit einer Haft rechnen müssten. Daher ist hier der „Einfluss“ oder die „Nachahmung“ Russlands ausgeschlossen. Aber der gegenteilige Effekt, wenn Nationalisten in Russland damit anfangen „wie in Europa“ zu agieren, ist für uns sehr gefährlich.“

Hier sitzt also eine Lobbyist*in Putins auf dem Podium, während von der Opposition niemand eingeladen ist. Einige von uns überlegen deshalb, den Sonntag einfach betrunken am Strand unter Palmen zu verbringen.

Montag, 18. Oktober: Noch ein Tag für Tourismus
Montag ist ein weiterer Tag für die Highlights der Stadt. Denn Dienstags sind die Zug-Tickets billiger. Und wir haben von den anderen Jugendgruppen bestimmt ganz viele Tipps bekommen, was wir uns noch anschauen müssen.

Dienstag, 19. Oktober: Rückreise nach Paris
Um 10:05 geht’s von Barcelona Sants wieder nach Haus nach Berlin. Diesmal in einem Rutsch. Erst mit dem TGV nach Paris, dann mit dem ICE nach Mannheim. Das letzte Stück fahren wir Nachtzug.

Mittwoch, 20. Oktober: Wieder da!
Ankunft in Berlin um 7.18 am Südkreuz. Wegen Baustelle geht’s ab da mit der S-Bahn weiter.

Geld?
Ohne Förderungen, Spenden und Unterstützung der DFG-VK und der Bertha von Suttner-Stiftung würde das ganze unbezahlbare 600-700 Euro pro Nase kosten. Vielen Dank an dieser Stelle an alle Spender*innen und an das Alois Stoff-Bildungswerk der DFG-VK NRW, dass offizell unsere Delegationsreise veranstaltet und sich auch dankenswerterweise um die Bürokratie kümmert . Wir sind aber ganz optimistisch, dass wir viele Unterstützer*innen finden und es günstiger wird. Bitte rechne mit einem Eigenanteil zwischen 100 und 200 Euro.

Anmeldung?
ASAP bitte! Wir müssen buchen. amab@riseup.net

Unterkunft?
Wir übernachten in Mehrbettzimmern in Billig-Hostels (eine Nacht Paris, fünf Nächte Barcelona) und eine Nacht im Nachtzug).

Awareness?
Wenn Du den Begriff Awareness bisher nicht gehört hast, oder mehr als zwei Sätze brauchst, um ihn zu erklären, schau bitte unsere Materialien dazu an:

https://amab.blackblogs.org/2020/11/05/materialien-zu-awareness/

Es gibt bisher keine Awareness-Struktur. Wir haben uns bisher folgendes überlegt:
Wir werden in allen Räumen die bekannten „Nein heißt Nein“-Poster mitnehmen. Zum Auftakt und an den weiteren Tagen werden wir auf die Poster aufmerksam machen und erklären was sie bedeuten. Wir werden alle auffordern, nicht wegzugucken, wenn sexistische oder andere Scheiße passiert. Wir werden alle bitten, wenn ihnen sexistische oder andere Scheiße passiert, dazu nicht zu schweigen, sondern sich damit an andere zu wenden, u.a. an die Orga-Gruppe. Und wir werden uns dann parteilich auf Seite der Betroffenen verhalten.
Wir wissen, dass das kein wirkliches Awareness-Konzept ist.

Corona?
Wir werden ja ständig aufeinander rumhängen, im wenigen Räumen gemeinsam übernachten, etc. Das heißt, wenn ein*e die Seuche hat, haben wir sie hinterher alle. Deswegen wäre es gut, wenn du dich in den zwei Wochen vor der Abfahrt regelmäßig testen lassen würdest. Und im Zug wird Maskenpflicht sein. Wenn du also zum Schwurbeln neigst, bleib bitte zuhaus.

Was wird sonst von dir erwartet?
Wir machen ein Vortreffen und ein Auswertungstreffen. Wir wollen täglich Reisetagebuch auf unserem Blog einschließlich Fotos führen. Gerne hätten wir ein Video für den Youtube-Kanal der DFG-VK (wir haben von sowas bisher keine Ahnung, wenn du sowas schon mal gemacht hast, melde dich bitte). Außerdem möchten wir Berichte über den Kongress in der Zivilcourage und der Zeitschrift Wissenschaft und Frieden veröffentlichen. Für Wissenschaft und Frieden ist der Redaktionsschluss schon der 20.10. Wir werden dass also bereits auf der Rückfahrt im Zug aus den Beiträgen für das Reisetagebuch basteln müssen. Wenn du mitfährst, erwarten wir eine Bereitschaft zur Mitarbeit. Keine Panik, niemand muss vor die Kamera, wir machen was mit Handpuppen.

Außerdem erwarten wir Mitarbeit bei den Repro-Tätigkeiten. Fastfood in Paris und Barcelona ist scheiß teuer. Deshalb wollen wir versuchen, wenigstens Abends selbst zu kochen. Und das muss ja klar wer machen… einschließlich einkaufen und so.

Also wenn du Lust hast, mitzufahren, melde dich bitte schnellstmöglichst: amab@riseup.net

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